Audio schneiden — nur der Teil, den du brauchst
Datei ablegen, in der Wellenform die Griffe für Anfang und Ende ziehen, die Auswahl anhören, exportieren. Der Schnitt passiert komplett in deinem Browser, die Aufnahme wird nicht hochgeladen — bei Interviews, Sprachnotizen und Mitschnitten ist genau das der Punkt. Ergebnis ist eine neue Datei; das Original bleibt unverändert liegen.
Wie genau kann man Audio schneiden?
Dieses Werkzeug arbeitet auf dem dekodierten Audio und schneidet deshalb samplegenau — bei 44,1 kHz also auf 1/44 100 Sekunde. Der klassische MP3-Schnitt ohne Dekodieren kann das nicht: Ein MPEG-1-Layer-III-Frame umfasst 1152 Samples, das sind bei 44,1 kHz genau 26,12 Millisekunden. Ein solcher Schnitt landet immer auf einer Frame-Grenze.
Was kostet der Schnitt an Qualität?
Der gewählte Ausschnitt wird einmal neu kodiert. Bei einer verlustbehafteten Quelle (MP3, M4A, OGG) bedeutet das eine zweite Kompression — hörbar wird das meist erst bei niedrigen Bitraten oder mehrfacher Wiederholung. Wer sichergehen will, exportiert als WAV (verlustfrei, aber groß) oder wählt eine Bitrate, die mindestens so hoch ist wie die der Quelle.
Wie schneide ich ein Stück aus der Mitte heraus?
In zwei Schritten: Erst den Teil vor der ungewollten Stelle exportieren, dann den Teil danach, und beide anschließend mit dem Zusammenfügen-Werkzeug wieder verbinden. Das ist bewusst so getrennt, damit du nach jedem Schritt hörst, was tatsächlich herauskommt.
Warum knackt es an der Schnittkante — und was hilft?
Weil ein harter Schnitt die Wellenform innerhalb eines einzigen Samples von voller Auslenkung auf null springen lässt; dieser Sprung ist ein sehr kurzer, sehr breitbandiger Impuls, und den hört man als Klick. Dagegen hilft die Blenden-Option: 30 Millisekunden reichen für Sprache aus, für Musik gibt es eine Sekunde. Beide Rampen werden automatisch gekürzt, wenn der Ausschnitt kürzer ist als die Blende. Und wer den Schnitt ohnehin in eine Sprechpause legt, braucht sie gar nicht — deshalb lässt sie sich abschalten.
Wie mache ich daraus einen iPhone-Klingelton?
Über die Klingelton-Vorgabe. Sie setzt das Ende 40 Sekunden hinter deine Anfangsmarke,
stellt das Zielformat auf AAC und lädt die Datei mit der Endung .m4r herunter. Beides
ist Apples Vorgabe: Länger als 40 Sekunden nimmt die Mediathek einen Klingelton nicht an,
und .m4r ist lediglich eine umbenannte AAC-Datei im MP4-Container. Übertragen wird sie,
indem du sie im Finder oder in iTunes auf das angeschlossene iPhone ziehst. Kann dein
Browser kein AAC kodieren, bleibt der Knopf ausgegraut — mit Begründung statt mit einem
Fehler nach dem Klick.
Ehrliche Grenzen
- Bis 30 Minuten je Datei. Zum Schneiden muss die Aufnahme dekodiert im Speicher liegen: rund 21 MB je Stereo-Minute bei 44,1 kHz.
- Ein Ausschnitt, nicht mehrere. Pro Durchgang entsteht genau eine Datei; für mehrere Stellen schneidest du nacheinander.
- Die Blende ist linear, kein Kurven-Editor. Für gestaltete Übergänge ist ein Schnittprogramm die richtige Wahl.
- Formate: Was dein Browser dekodieren kann, geht rein — MP3, WAV, M4A/AAC, FLAC, in den meisten Browsern OGG.