Wie drehe ich ein Video richtig herum?
Datei ablegen, 90, 180 oder 270 Grad wählen, in der Vorschau prüfen, exportieren. Gedreht wird im Browser auf deinem Gerät — die Aufnahme wird nicht hochgeladen, und es landet kein Wasserzeichen im Bild. Das Ergebnis ist ein MP4, das auf praktisch jedem Gerät und in jedem Programm richtig herum erscheint.
Warum liegt mein Video überhaupt auf der Seite?
Weil Handys das Bild nicht drehen, sondern es so speichern, wie der Sensor es aufgenommen hat, und die Lage als Vermerk in die Datei schreiben. Der MP4-Container sieht dafür im Track-Header eine 3 × 3-Transformationsmatrix vor, festgelegt in ISO/IEC 14496-12 („ISO base media file format"). Player, die diese Matrix lesen, drehen beim Abspielen automatisch; ältere Programme und manche Schnittwerkzeuge ignorieren sie — und dann kippt der Clip.
Kostet das Drehen Qualität?
Wird nur der Vermerk in den Metadaten geändert, wird nichts neu berechnet und es geht auch nichts verloren. Muss die Drehung fest in die Bilder gerechnet werden, weil das Ziel den Vermerk ignoriert, läuft das Video einmal durch Decoder und Encoder — mit demselben kleinen Qualitätsverlust wie bei jedem anderen Neukodieren.
Warum nur rechte Winkel — und was ist mit Spiegeln?
Weil eine falsch gehaltene Kamera genau diese Fehler erzeugt: 90 Grad links, 90 Grad rechts oder auf dem Kopf. Freie Winkel würden das Bild beschneiden oder schwarze Ecken hinterlassen; dafür ist ein Schnittprogramm zuständig.
Spiegeln gibt es zusätzlich, waagerecht und senkrecht — der häufigste Anlass sind Aufnahmen der Frontkamera, die seitenverkehrt gespeichert wurden. Es ist aber kein Drehen: Für Spiegelung sieht kein Container-Format einen Vermerk vor, sie muss ins Bild gerechnet werden. Deshalb wird dabei einmal neu kodiert, während reines Drehen verlustfrei bleibt — und Text im Bild wird gespiegelt unlesbar. Die Vorschau zeigt beides vorher, in der Reihenfolge, in der auch gerechnet wird: erst drehen, dann spiegeln.
Ehrliche Grenzen
Hinein gehen MP4, MOV, WebM und MKV, heraus kommt MP4. Wird neu kodiert, dauert es grob so lange wie das Video läuft, und der Tab muss dabei offen bleiben. Die Obergrenze liegt bei 30 Minuten je Datei. Kontrolliere das Ergebnis nach dem Export einmal in dem Programm, in dem der Clip später laufen soll — dort zeigt sich zuverlässig, ob der Dreh-Vermerk gelesen wird.