Wie teste ich mein Mikrofon?
Klick auf „Mikrofon testen“, erlaube den Zugriff und sprich ein paar Sätze in normaler Lautstärke. Der Test zeigt den Pegel in dBFS mit Spitzenhalter, dazu Wellenform und Frequenzspektrum. Er sagt dir, ob deine Stimme zu leise, passend oder zu laut ankommt, warnt bei Übersteuerung und Stille und spielt eine 5-Sekunden-Probeaufnahme ab. Alles läuft in deinem Browser.
Was bedeutet dBFS?
dBFS heißt Dezibel bezogen auf die Vollaussteuerung (englisch full scale). 0 dBFS ist der größte Wert, den ein digitales Signal annehmen kann, jeder echte Pegel liegt darunter; 6 dB weniger halbieren die Amplitude. Der Test zeigt den Mittelwert (RMS), der näher an der gehörten Lautstärke liegt, und die gehaltene Spitze, die über Übersteuerung entscheidet.
| Signal | Spitze | Mittelwert (RMS) |
|---|---|---|
| Sinuston, voll ausgesteuert | 0 dBFS | −3,0 dBFS |
| Sinuston, halbe Amplitude | −6,0 dBFS | −9,0 dBFS |
| Stille | −∞ | −∞ (Anzeige: unter −60) |
Die Messnorm AES17 der Audio Engineering Society legt die Skala so, dass ein voll ausgesteuerter Sinuston auch als Mittelwert 0 dB FS zeigt. Programme nach dieser Konvention zeigen RMS-Werte deshalb 3 dB höher als dieser Test, die Spitzen stimmen überein.
Wie laut sollte mein Mikrofon sein?
Beim Sprechen sollten die Spitzen zwischen −20 und −3 dBFS liegen, der Test markiert diesen Bereich grün. Das sind Praxiswerte aus der Sprachaufnahme, keine Norm: Darunter muss die Stimme später stark angehoben werden, und das Rauschen wird um denselben Betrag lauter. Darüber reicht eine lautere Silbe, um an die Grenze zu stoßen. Der Rundfunk arbeitet mit ähnlicher Reserve, die Empfehlung EBU R 68 legt den Bezugspegel digitaler Studiotechnik auf −18 dBFS.
Bewertet wird der lauteste Moment der letzten drei Sekunden, damit Sprechpausen nicht als „zu leise“ zählen. Mit eingeschalteter automatischer Pegelanpassung misst der Test den bereits angepassten Ton, nicht den Rohpegel deines Mikrofons.
Woran erkennt der Test Übersteuerung?
Digital ist bei 0 dBFS Schluss: Lautere Wellenberge werden flach abgeschnitten, das klingt kratzig und lässt sich nicht reparieren. Der Test sucht in jedem Messfenster mindestens drei aufeinanderfolgende Samples ab 99 % der Vollaussteuerung und warnt erst, wenn das in drei getrennten Fenstern binnen zwei Sekunden passiert. Ein Klopfen ans Mikrofon löst also nichts aus.
Warum hört der Test nichts?
Kommen drei Sekunden lang reine Nullen an, fehlt sogar das Grundrauschen, das jedes echte Mikrofon hat: Das Signal ist irgendwo abgeschaltet. Bleibt jede Spitze fünf Sekunden unter −50 dBFS, kommt dagegen Ton an, aber kaum etwas. Prüf dann der Reihe nach:
- Stummschalter am Headset oder am Kabel, Stummtaste der Tastatur
- das gewählte Gerät, denn ein Laptop mit Headset und Webcam hat oft drei Eingänge
- den Eingangspegel: Windows 11 unter Einstellungen › System › Sound › Eingabe, macOS unter Systemeinstellungen › Ton › Eingabe
- die Freigabe für den Browser: Windows 11 unter Datenschutz und Sicherheit › Mikrofon, macOS unter Datenschutz & Sicherheit › Mikrofon
Eine Voraussetzung heilt keine Einstellung: Die W3C-Spezifikation Media Capture and Streams bindet den Mikrofonzugriff an einen sicheren Kontext, über unverschlüsseltes http bleibt das Mikrofon gesperrt.
Echo- und Rauschunterdrückung: an oder aus?
Dieselbe Spezifikation beschreibt drei Stufen, die Browser vor das Mikrofon schalten können: Echounterdrückung, Rauschunterdrückung und automatische Pegelanpassung. Für Gespräche über Lautsprecher gehört die Echounterdrückung an, sonst hört dein Gegenüber sich selbst. Für Gesang, Instrumente oder eine Aufnahme zum Nachbearbeiten stören alle drei eher, weil sie in den Klang eingreifen. Der Test schaltet jede Stufe einzeln um und zeigt unter „Was der Browser meldet“, ob er die Änderung wirklich übernommen hat.
Was passiert mit der Probeaufnahme?
Sie dauert fünf Sekunden und bleibt im Arbeitsspeicher des offenen Tabs. Die letzten zwei stehen nebeneinander, beschriftet mit dem Stand der Signalverarbeitung: einmal mit, einmal ohne Rauschunterdrückung aufnehmen und vergleichen. Der WAV-Download ist eine unkomprimierte Kopie dessen, was der Browser komprimiert aufgezeichnet hat, keine verlustfreie Rohaufnahme.
Was der Test nicht kann
- Schalldruck messen: dBFS beschreibt das digitale Signal, nicht die Lautstärke im Raum.
- Gesang und Instrumente bewerten: Die Grenzen „zu leise“ und „zu laut“ gelten für Sprache.
- Im Hintergrund weiterlaufen: In einem verborgenen Tab pausieren Anzeige und Erkennung, das Mikrofon bleibt offen, bis du den Test beendest.